Motorradreise
  9. Reisebericht
 

9. Reisebericht

  Chile

  Bolivien

Der nächste Abschnitt führt uns über die Anden von Argentinien nach Chile. Am 11. März 2009 nehmen wir also Abschied von Argentinien, schon ein bisschen wehmütig, da wir doch in diesem Land so manch schöne und unvergessliche Stunde, Tage, ja sogar Monate verbracht haben.
 
Wir nehmen den Passo Jama in Angriff. 
 
 
Bei der ersten Angwöhnungspause zeigt das GPS eine Höhe von 4’170m an. 

             
 
Lustigerweise treffen wir hier oben auf einen Reisebus voller Berner-Oberländer. Weiter steigt die Passstrasse immer höher und höher. Die Luft wird dünner und kühler (nur noch etwa 6° Grad), aber wir werden von einer traumhaften Umgebung in den Bann gezogen. Die Strasse führt mitten durch einen Salzsee und ein paar Lamas beäugen gespannt unser Brummbrumm.
 



                    
 
Kurz vor der Chilenischen Grenze beim Jama Pass machen wir mit 15 Brasilianern auf BMW’s Bekanntschaft und beschliessen gemeinsam weiterzufahren. 

                  

 
                                      
 
Erstaunt stellen wir fest, dass der Weg ständig aufsteigt, es will kein Ende nehmen, bis auf sagenhafte 4’871m ü.M. Die Berglandschaft versetzt uns in atemloses Staunen (im wahrsten Sinne des Wortes) Uff, das Atmen wird immer flacher, die Temperatur sinkt und sogar unser Stahleselchen bekommt allmählich Mühe mit der dünnen Luft. Nach einer ziemlich schnellen und kurzen Abfahrt treffen wir in San Pedro de Atacama ein. Das Wüstenstädtchen auf 2'500 m ü.M. scheint sich auf den ersten Blick hinter Mauern zu verstecken und die verlangen tatsächlich 190 US-Dollar für eine Übernachtung im Hotel, wo sich die brasilianische Truppe Zimmer hat reservieren lassen. Zu müde ein ‚normales’ Hotel zu suchen und noch ein wenig beduselt von der Höhenluft, fügen wir uns halt. Am nächsten Morgen machen wir uns zusammen mit Scotti und Lu, ebenfalls Brasilianer aus Porto Alegre, auf die Suche nach einer günstigeren (nein, sagen wir mal – nach einer angemesseren) Schlafgelegenheit und finden diese im Don Raul Residencial. Wir planen gemeinsam mit unseren neuen Bekannten das Valle de Luna zu besichtigen und buchen ebenfalls für den folgenden Tag die Tour zu den Gysiren (Abfahrt 4.30h). Und dann die grosse Enttäuschung; wir werden von starkem Regen überrascht. Eigentlich ist ja San Pedro de Atacama die trockenste Gegend von Chile mit dem 3. grössten Salzsee der Welt und es soll pro Jahr nicht mehr als 3 x regnen und zwar für nur rund 5 Minuten. Wir können es gar nicht fassen, es giesst in Strömen. Zur Freude der Einheimischen, vor allem die Kinder haben den Spass am kühlen Nass (so wie bei uns beim ersten Schnee). Zum Leid aller Reisenden, welche den weiten Weg machten, um die einmaligen Wunder der Wüste kennen zu lernen.

               

               
Das Valle de Luna bestreiten wir im Laufmarsch, der eindrucksvolle Sonnenuntergang und die prächtige Vollmondnacht können wir vergessen.

                  

                 
 
Machtlos gegen die Natur kehren wir zurück und müssen dann auch noch erfahren, dass die Tour zu den Gysiren ebenfalls annulliert wird. Schönes Pech! Na ja, widmen wir uns halt den kulinarischen Köstlichkeiten. Hinter den grässlichen Mauern verbergen sich nämlich ganz niedliche Restaurants mit hervorragenden, vielseitigen Angeboten. En Guete und Prost!
Immerhin erlebt nicht jedermann/frau die Wüste bei Regen.
 
Am nächsten Morgen lacht auch schon wieder die Sonne und da alle Touren abgesagt sind, begeben wir uns auf eigene Faust nochmals zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten.
 
 
                 
 
 

 
Aufbruch am 14. März 2009 nach Iquiquean den Pazifischen Ozean. Eine unendlich lange Strecke durch eine trostlose Gegend liegt vor uns, das Wort ‚öde’ ist bestimmt hier erfunden worden. 
                         
 
Dann endlich das Meer…
              
                       
                       
                       

                       
                        
 
Im Holiday Inn lassen wir uns von den rauschenden Wellen in den Schlaf wiegen, traumhaft….

 

                         
                
                
                                          

ODER SEHE DATZU EIN VIDEO: 

http://www.youtube.com/watch?v=xODBurUeaFM




Weiter geht’s, unser nächstes Ziel heisst Bolivien. Doch das geht nicht einfach so rasch rasch. Dazwischen liegen nämlich wieder beachtlich hohe 6’000er Berge. So schlägt Simon vor, erstmals in das etwa 2'400 m üM liegende Putre zu fahren, da zu übernachten, um uns an die Höhe zu gewöhnen. Es stellt sich aber heraus, dass Putre aber auf 3'600 m üM liegt und der Höhenunterschied von Arica, der letzten chilenischen Stadt am Meer bis nach da oben war doch beträchtlich. Leider werde ich nicht von der Höhenkrankheit verschont. Am nächsten Abend muss ich mich in der Klinik von Putre mit Sauerstoff ‚aufpäppeln’ lassen, nachdem ich den ganzen Tag über zu nichts Nutze war. Zudem gesellt sich auch noch ein Virus dazu und der Arzt (in Trainingshosen und T-Shirt) rät mir zur Bettruhe. Am nächsten Morgen wagen wir dann doch die Weiterfahrt an die bolivianische Grenze, man kann ja schliesslich umkehren, wenn’s nicht gehen würde…. Am 18. März 2009, nach 5-stündiger Fahrt erreichen wir die Hauptstadt Boliviens, La Paz. 
Erlaubt mir bitte an dieser Stelle einen ganz persönlichen Kommentar: ich habe noch nie eine hässlichere Stadt gesehen. Aber alles halb so schlimm am nächsten morgen geht es weiter an den Titicacasee nach Copacabana.

Bis bald mit neuen Abenteuer aus Peru / Ecuador und Kolumbien.  

Simon y Helen

www.motorradreise.de.tl/     10-.--Reisebericht.htm
 
   
 
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