Motorradreise
  7. Reisebericht
 

7. Reisebericht 22.02.2009

 Argentinien

  Chile

 
San Carlos de Bariloche: ein traumhaftes Städtchen mit vielen Shops vollgefüllt mit feinster Schokolade, tiefblauen Seen und sehr freundlichen Leuten. Robert gesellt sich auch wieder zu uns, nachdem wir ihm die GPS-Position unseres Hostels per E-Mail zugestellt haben.
Adventure pur ist angesagt: wir buchen ein Rafting auf einem glasklaren von den Anden gespeisten Bergfluss. Nach einer 70km langen Anreise startet das berauschende und unvergessliche Erlebnis mit Helm und Paddel, rund 2 Stunden runter bis zur chilenischen Grenze. Die Tour endet bei einem köstlichen Asado und Wein.



 
 
 
Durch eine atemberaubende Gegend geht’s weiter nach San Martin de los Andes, über geschlungene Wege, hügelige Landschaft, entlang glasklaren Bergseen. Es macht mega Spass mit dem Motorrad wieder mal eine gute kurvenreiche Asphaltstrasse zu meistern, da bringt uns auch eine Schotterstrasse von 50km nicht aus der Fassung.

San Martin de los Andes - wird übrigens auch als die Schweiz von Argentinien gepriesen. Da die Bergstadt gerade ihren Geburtstag zelebriert, lassen wir uns bei einer bunten Strassenparade - bei sonnigen 30° - von der feierlichen Stimmung anstecken. Natürlich munden uns auch da wieder ein paar feine Lomos sowie andere argentinische Leckerbissen. 

 

Robert verabschiedet sich am nächsten Morgen, er muss ein rascheres Tempo vorlegen, da er anfangs April zurück in Canada sein will. Wir hingegen warten einen Regentag ab und begeben uns dann ebenfalls auf den Weg Richtung Chile, über die Ruta de los 7 Lagos. Ein paar Kilometer nach der chilenischen Grenze, wo unser ganzes Gepäck gründlich durchsucht wird, endet der Landweg und die Fahrt kann nur noch auf dem Seeweg fortgesetzt werden. Nach 3 ½-stündiger Wartezeit schaukelt uns die Fähre ans 1 ½ h zum andere Ende des Lago Pirihueico.

                
 

Die anschliessende Wegstrecke führt über eine staubige, holprige und miserable Schotterstrasse (in Bau). Ein verflixtes ‚unsichtbares’ Schlagloch verursacht Helen’s Rücken solche Schmerzen, dass wir gezwungenermassen im nächsten, einem schmuddeligen Örtchen übernachten. Auch am nächsten Morgen plagen sie immer noch - wie Messerstiche, dass an Aufstehen nicht zu denken ist.      
 
So mache ich mich alleine auf den Weg, ich möchte nämlich ein etwa 70km entferntes Kinderhilfswerk in Valdivia besuchen. Mit den GPS Daten von Noldi beginnt die grosse Hilfswerk-Such-Aktion. Bei der GPS Position angekommen, befindet sich nämlich nichts ausser einer grossen Wiese mit ein paar Häusern. Wie dem auch sei, lass dich nicht entmutigen ….. ab ins nächste Internet, da wird doch wohl etwas wie eine Adresse auf der Homepage des Projektes zu finden sein! Sie unterstützen Waisenkinder aus der Umgebung von Valdivia und geben Ihnen ein zu Hause und eine solide Ausbildung. Leider ist keine Adresse zu finden und auch das Befragen von sicher 100 Personen bringt keinen Erfolg. So breche ich meine dreistündige, vergebliche Suche ab, schade. Wenn Noldi nicht schon persönlich da gewesen wäre, würde ich dieses Hilfswerk in Frage stellen. An vielen Apfelplantagen vorbei tuckere ich zurück zu Helen. Dem Rücken geht’s zwar schon wieder ein bisschen besser, doch sie stellt in Frage, ob so eine Weiterreise überhaupt Sinn macht. Mal sehen... Mit zusammengekniffenen Zähnen machen wir uns frühmorgens schnurstracks auf den Weg Richtung Norden zur Hauptstadt Chiles, Santiago (Entfernung rund 800 km). Vorbei an Los Angeles (nein, nein natürlich nicht das L.A. in den USA) und unzähligen anderen bekannten Orten rasen wir ohne links oder rechts von der Hauptstrasse abzuweichen und übernachten zweimal in einem herzigen Cabaña in Tinguiririca, nahe San Fernando. Ein wohltuendes Bad im Swimmingpool lässt die Stimmung wieder ein wenig heben. 

                

Am 10. Februar 2009 treffen wir in Santiago de Chile ein. Santiago überrascht uns in seiner Sauberkeit, nicht ohne Grund wird sie deshalb auch mit ‚Deutschland in Südamerika’ betitelt.

 

Nach den üblichen Stadtsehenswürdigkeiten, ist es auch an der Zeit unserem Motorrad einen Service zu gönnen und ordentlich überholen zu lassen. Neue Reifen müssen ebenfalls aufgezogen werden, nach den über 12`000 zurückgelegten Kilometern - und das auf zum Teil erbärmlichen Strassen – muss ich sagen, tolle Leistung!
José Meyer, welcher sich auf BMW spezialisiert hat, repariert schon seit geraumer Zeit die Untersätze von vielen Langstreckenreisenden auf sehr kompetente Weise. Sein enormes Fachwissen und die perfekte Verständigung nebst Spanisch und Englisch als auch in fliessendem Deutsch machen es mir einfach, ihm mein ‚Möfi’ anzuvertrauen. (Von ihm hatte ich übrigens auch nur die GPS Daten und eine Adresse; so war ich schon etwas skeptisch, ob ich diesmal am richtigen Ort ankomme oder ob ich wieder irgendwo in der Pampa – wie beim Kinderhilfswerk – lande). Schlussendlich hat alles geklappt und ich kann José jedermann/frau gerne weiter empfehlen.
 
Hier sind seine Daten
E-Mail: jmeyer@bmm.cl
Telefon:            56-02-2086367
GPS Daten:      S 33° 25` 26.2`` W 070° 34´ 23.2´´
Adresse:          Jose de Moraleda 4857 Santiago (grünes Eingangstor)                       
 
Helen fühlt sich in Santiago nicht wohl, die vielen Leute sind ihr nicht geheuer. Auch ein Besuch im Zoo vermag sie nicht zu begeistern. Einige der Tiere leben in engen und stinkenden Gehegen und haben zum Teil sehr wenig Auslauf. Betreffend Chile möchte Helen auf ein Buch hinweisen, welches ihr kurz nach dem Besuch von Santiago in die Hände gefallen ist. Es heisst: Das Abenteuer des Miguel Littin, Illegal in Chile, geschrieben von Gabriel Garcia Marquez, veröffentlicht von Fischer Taschenbuch Verlag ISBN 3-596-16257-2.
Kurzbeschrieb:
„Eine Geschichte, die das Leben schrieb, die aber ihren wortgewaltigen Erzähler suchte und fand: Miguel Littin, chilenischer Filmemacher und Allende-Anhänger, kehrte 1985 trotz ausdrücklichen Verbots der Pinochet-Junta heimlich für sechs Wochen aus dem zwölfjährigen Exil zurück und drehte einen Film über das Leben in seiner Heimat. Sozusagen vor der Nase der allgegenwärtigen Geheimpolizei, unter ständiger Lebensgefahr und generalstabsmässig geplant, gelang es ihm mit drei europäischen Aufnahmeteams, ‚Pinochet einen langen Eselsschwanz anzuhängen’ – immerhin 32000 Meter belichtetes Filmmaterial. Daraus wurden vier Stunden Fernsehen und zwei Stunden Kino – und dieses Buch. Und das ist vor allem deshalb so aufregend, weil das gefährliche Versteckspiel im Wettlauf gegen die Zeit selbst zum Thema wird. Dramaturgisch ebenso einfach wie wirkungsvoll macht sich der Autor diesen Umstand zunutze. Präzise beobachtend und recherchierend fasst Garcia Marquez die Masse der Informationen geschickt zusammen – mit Blick für skurrile, komische, rührende und beängstigende Einzelheiten. Das Ergebnis stellt so manchen Krimi in den Schatten.“ ‚Die Zeit’
 
Unser nächstes Ziel befindet sich wieder auf der anderen Seite der Anden und heisst Mendoza, das bekannte Weingebiet Argentiniens. Von Santiago de Chile nach Mendoza sind es zwar nur gerade mal 170km Luftlinie, die Fahrstrecke beträgt aber etwas mehr als 350km, ja ganz richtig, da geht mächtig was ab…… Die kurvenreiche Strasse ist herrlich zu fahren, so erreichen wir den Pass San Christobal mit seiner Höhe von 3200m im Nu. 


                
Der Berg konnte zu früheren Zeiten per Bahn überquert werden, doch diese scheint schon einige Jahre eingestellt zu sein, überall sind verwucherte Gleise und eingestürzte Passagen anzutreffen. Der Pass ist über das ganze Jahr geöffnet und wird nur geschlossen, wenn er vom Schnee geräumt werden muss. Die Grenzformalitäten werden in einer riesigen Halle abgefertigt. Ebenfalls konnten wir einen kurzen Blick auf den höchsten Berg Südamerikas, den Aconcagua (6’952m), erhaschen.

               
               

Mendoza übt auf uns einen ganz besonderen Charme aus. Schöne Parkanlagen, übersichtliche Strassenstruktur und zahlreiche schön bestückte Schaufenster laden zum ‚schoppen’ ein. Am Abend, wenn die Temperaturen etwas gesunken sind, fängt die Stadt zu leben an. Überall zeigen Strassenkünstler ihre gekonnten Auftritte, Kinder lachen zu Casperlitheatern oder verliebte Paare ’schmücken’ engumschlungen die Parkbänke. Wir dürfen bei Kai Reinke unser Quartier aufschlagen. Er hat eine riesige Wohnung im Stadtkern, die zwar noch in Renovation steht, aber man kann die Schönheit der Räume schon erahnen. Kai widmet sich der Weinkunst und betreibt seit 3 Jahren seine Winetours-Firma Ampora. Wir fühlen uns schon nach ein paar Stunden pudelwohl und warten gespannt darauf, die Eigenschaften und Attraktivitäten der Stadt kennen zu lernen. Kai zeigt uns den riesigen Stadtpark und führt uns in Restaurants, Bodegas und Weinlodges, welche wir alleine bestimmt nie gefunden hätten. Hier lassen wir es uns mit den mundigen, bouquetreichen argentinischen Weinen gut gehen.
Falls mal in Mendoza; Kai organisiert auch für Dich eine unvergessliche Weintour.  

                 
Siehe unter: 
Hompage:       http://www.mendozawinetours.com
E_mail:            info@mendozawinetours.com
GPS:                S 32° 53,338 Min | W 068° 50,864 Min
Adresse:         Sarmiento 647, 5500 Mendoza, Argentinien
Telefon:           +54 (0) 261 429 2931
 
Somit gönnen wir uns hier etwas Ruhe, lassen die Glieder und Knochen von den 12’000km Schüttel- und Rüttelpartie erholen, u.a. von einem Physiotherapeut massieren und rüsten uns für weitere Abenteuer. Am Wochenende kommen unsere Freunde Ana und Ralph aus BsAs für ein paar Tage zu Besuch. Gemeinsam werden wir dann die Bodegas der Umgebung besuchen oder Dados spielen. Wir freuen uns sehr auf das Wiedersehen.

                   

Allen, die sich an der Fasnacht befinden wünschen wir eine rüüdig tolli Woche und allen Andern ein paar gemütliche Stunden vor dem Cheminée. Falls keines vorhanden ist, denkt doch einfach einwenig an uns und schon wird’s wohlig warm….. smile.
                

Besos, Helen y Simon

www.motorradreise.de.tl/     8-.--Reisebericht.htm
 
   
 
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