Motorradreise
  11. Reisebericht
 

11. Reisebericht 24.04.09

    Ecuador

  Kolumbien

Alleine unterwegs etwas komisch, aber packen wir die neue Herausforderung und fahren ab nach Salinas an die Küste in Ecuador. Ein Ferienort für die 3 Millionen Stadt Guayaquil den schliesslich ist diese nur etwas über 150km entfernt. Helen flog von dieser Metropole nach Hause.

  

           

Genoss es wieder einmal den Pelikanen beim Fischen zuzusehen, fantastisch wenn die schönen Vögel mit Ihrem grossen Schnabel ‚kamikazemässig‘ ins Wasser stürzen. 
Siehe ein Video dazu.http://www.youtube.com/watch?v=TOJzen3ndTo


Der Küste hoch Richtung Quito der Hauptstadt Ecuadors.
Plötzlich taucht doch auf der Wegstrecke mit der „Emmentalerstrasse“ eine Schweizer Oase auf, haben doch Vater und Sohn hier in Montamnita ein Hotel mit Restaurant eröffnet. 
                         

Montanita ist ein bisschen ein Hippy Dorf und sicher etwa 20 Jahre stehengeblieben. Der Strand ist schön und das Wasser lädt wieder zum Baden ein.

 

Nun zum Panamahut ist das doch eine lange Geschichte:

Ist es doch ein Hut aus Ecuador und der bekannte Gauner Al Capone trug angeblich fast Tag und Nacht diesen Schattenspender.

                                       
 
Der Panama-Hut ist ein Hut, der mit der Hand aus feinem Toquilla-Stroh des Scheibenblumengewächses Carludovica palmata (auch „Panama-Hut-Pflanze“ genannt) geflochten wird und anschließend durch Feuchtigkeit, Wärme und Druck seine spezifische Form erhält. Je nach Dicke der Faser kann die Herstellung sehr langwierig und aufwendig sein, sodass feinste Panama-Hüte mehrere hundert US-Dollar kosten können. Ein guter Panama-Hut lässt sich ohne Weiteres zusammengerollt in einer Büchse transportieren, ohne dass Fasern beschädigt werde.
 
Über die Entstehung des Namens gibt es mehrere Theorien. So wurde er angeblich früher nur über Panama ausgeführt. Nach einer anderen Darstellung haben Arbeiter und Ingenieure nach der Fertigstellung des Panamakanals einige Exemplare nach Europa eingeführt. Eine andere Theorie besagt, Theodore Roosevelt habe im Jahr 1906 einen dieser Hüte beim Besuch der Bauarbeiten am Panamakanal getragen. Sein Foto machte den Strohhut weltbekannt. Seitdem heißt der ecuadorianische Hut, bis dahin als Jipi-Japa bekannt, Panama-Hut.
 
Von Meereshöhe gestartet mit vielen 100erten von Kurven erreichte ich am Abend Quito auf 2’800müM. 
                    

Ist nicht immer so ganz einfach die Verkehrszeichen zu verstehen?

           Achtung es küssen sich zwei Autos!             schon schwieriger vielleicht .... Vorne 
                                                                                        im Auto wach sein, hinten kann man schl....
                     


                  


Es ist immer wieder faszinierend wie sich die Landschaft farblich verändert. Die Temperaturen schwanken so von 32° bis nach 14° runter. Quito ist mir wieder ein bisschen zu gross, Kirchen und Denkmäler habe ich auch genug gesehen, somit mache ich mich am nächsten Tag schon wieder auf den Weg nach Kolumbien. 
Kurz nach der Grenze sind es natürlich wieder Pferde die sich von meiner Kamera nicht stören liessen.
  
                 

Was man da im Vorfeld so alles hört über Kolumbien; nur Positives und Gutes, also lass ich mich mal überraschen. Der erste Zwischenstopp war in einer Stadt namens Pesto. Da nun Ostern naht und es Hoher Donnerstag ist, müsse ich noch unbedingt die schön geschmückten Kirchen besichtigen. Habe leider den Fotoapparat nicht mitgenommen, denn ich wollte unter den 1000 von Pilgern nicht als Tourist auffallen. Das Ganze war jedoch ein Erlebnis sondergleichen, die Menschenmassen wurden durch die Polizei kontrolliert durch den Hauptflügel rein- und durch den Seitenflügel wieder rausgeführt. Diese Zeremonie dauerte natürlich Stunden.

Eine faszinierende Strecke bis nach Cali, die ersten ca. 80km Luftlinie zogen sich dahin und plötzlich hatte ich auf den Tacho für diese Strecke 270km hingebrettert. Mann kann sich vorstellen wie das immer runter rauf und wieder runter ging. Die Schlussstappe war dann jedoch gemütlicher.
Habe per Internet mit Robert einen Treffpunkt ausgemacht, denn schliesslich waren wir in Patagonien schon zusammen unterwegs und trotzten da den patagonischen Winden.
Ein Beispiel von vielen für Kolumbien. In Cali angekommen fand ich das Hostel nicht gleich, war mir aber sicher, dass es zwei, drei Strassen in Umkreis sein muss. Verzwickt die vielen Einbahnstrassen, um nicht als „Geisterfahrer“ aufzufallen, fragte ich einen Polizisten nach dem Weg. Dieser klärte per Funk ab wo das genau sei erklärte mir, dass zwei seiner Kollegen mit dem Motorrad unterwegs seien und sie mich dann zum Hotel begleiten. Offerierte mir in der Zwischenzeit eine Cola – einfach unglaublich! Wenn du in Kolumbien ein Motorrad fährst, musst du eine spezielle Weste tragen auf dieser ist dann die Zulassungsnummer vermerkt, im Weitern wird die Nummer noch in grossen Lettern auf den Helm geschrieben.
Diese etwas ungewohnte Art der Präsentation sei unerlässlich, da die FARC oft mit Motorrädern Attentate verübt hätten und unerkannt im Gewühl des Verkehrs verschwunden sind.
  

Im Weiteren dürfen nicht zwei Männer auf demselben Motorrad fahren, weil ja die Frauen hinten auf einem Motorrad sowieso besser aussehen - ha ha ha. Nein, der wirkliche Grund ist, weil eben Männer mit Pistolen und Gewehren Politiker und Ordnungshüter niedermezelten.
 
Etwas zu schnell, 104kmh statt 80ig gemäss Radarpistole (der freundliche Polizist liess uns jedoch ohne Busse Passieren DANKE)
                  
Von Cali ging’s dann in einer weitern Schüttel- und Rütteletappe nach Medellin, eine faszinierende Stadt im Talkessel, von Bergen umgeben. 
                          
                          
Die Temperaturen sind extrem angenehm auf 1538m somit wird Medellin auch die Stadt des ewigen Frühlings genannt. Vom für uns so bekannten "Medillinkartell" ist hier nichts mehr zu spüren, zum Glück. Der Drogenumschlagplatz sei eher Cali bzw. das unzugängliche Gebiet an der Grenze zu Ecuador und Peru.

                                   
Unsere 2 Motorräder brauchten etwas qualifizierte Pflege und somit liessen wir beim BMW Motorradhändler „Ruta 40“ (mit diesem Namen werden doch Erinnerungen an Patagonien wach) Öl, Ölfilter, Luftfilter und Frontlampe ausgewechselt und dies für US $ 92.00 - echt preiswert.             

Und auch meine Lederhose wurde Fachkundig repariert, schliesslich hat das Ding schon Schweiz - Australien hinter sich.
                                            
Ab nach Cartagena an den Karibikstrand im Norden Kolumbiens, die Temperaturen schwankten so von 12° bis dann am Schluss 32° an den Palmen gesäumten Stränden des Nordens.

Eine eindrückliche, geschichtsträchtige Stadt:
 
Die Stadt wurde am 1. Juni 1533 von Pedro de Heredia gegründet. Sie gilt in der Geschichte als eine der ersten spanischen Stadtgründungen im Norden Südamerikas und erlebte ein schnelles Wachstum als wichtiger Hafen für die Schifffahrt des Kontinents. Die spanische Flotte kam zweimal jährlich von Sevilla oder Cádiz nach Cartagena um hier die spanische Waren, wie Waffen, Rüstungen, Werkzeug, Textilien, Pferde zu vermarkten und Gold, Silber, Perlen und Edelsteine zu laden.
 
Auch die niederländischen und englischen Sklavenschiffe, soweit sie überhaupt in spanische Häfen in Amerika einlaufen durften, mussten nach Cartagena. Aus diesem Grund wurde Cartagena häufig von Piraten attackiert und geplündert, beispielsweise 1585 durch Sir Francis Drake und 1697 von französischen Piraten. Nach dem Einfall Drakes befestigten die Bewohner die Stadt durch einen 11 km langen Schutzwall und die riesige Wehranlage San Felipe. Die Einfahrt in die Bucht säumten fortan zwei Forts, San José und San Fernando, die nur schwer zu überwinden waren.

                
 
                 
                  
                             

 
 
   
                           

Nun habe ich etwas Zeit, Ferien zu machen. Klingt fast etwas ironisch, aber ich war die letzten Tage wirklich viel unterwegs. Nach den erholsamen Tagen in Cartagena und div. Erkundigungen über die Gegend wurde mir doch empfohlen, die Karibikküste Kolumbiens zu bereisen. Gesagt, getan und somit strandete ich in Taganga, einem Palmenstrand nördlich von Santa Marta.                  
                  
                        
Bei Max www.poseidondivecenter.com fand ich einen sicheren Platz für die BMW und mich. Wenn das Tauchen schon so nah und preiswert ist, beschloss ich wieder einmal Poseidons Tiefe zu erkunden. (für zwei Tauchgänge 55 US $). War echt gut zum ersten Mal ein Seepferdchen gesehen, sind halt schon ganz klein. Viele farbenfrohe und unterschiedlichste Arten von Fischen begleiteten unsern Tiefgang. 
  
Von hier aus war es einfach, Tagesausflüge zu unternehmen und den Nachmittag am Strand zu geniessen.
 
               

Einmal kauften wir zu Dritt einen Fisch (eine verwandte Art des Thunfisches) ca. 3kg am Strand direkt beim Fischer für umgerechnet 2 SFr. Jedoch mussten wir den Kopf und die Flosse abschneiden, sonst hätte er gar nicht in die Bratpfanne gepasst.
Mmmmmmm war der fein.
 
Zurück in Cartagena etwas Entspannung und die Papiere für die Überfahrt nach Panama erledigt. Freue mich auf die Karibischen Inseln und die Schifffahrt mit der Stahlratte.
 
Bis bald mit neuen Abenteuer aus Panama, Costa Rica und allen andern Zentralamerikanischen Staaten.
 
Gruss Simon
 
 

 

 
   
 
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